Martina Grundmann
Teilen heißt unterstützen ツ

    Blutfett­werte

    Heute möchte ich Ihnen ein wenig „Licht“ in die Labor­werte des Fettstoff­wechsels bringen. Jeder kennt Sie das Chole­sterin, das Gesamt­cho­le­sterin, HDL-Chole­sterin, LDL-Chole­sterin sowie die Trigyl­ceride. Bei Risiko­per­sonen mit Herz-Kreis­lauf­erkran­kungen, Arterio­sklerose, koronare Herzer­kran­kungen, Herzin­farkt oder Schlag­anfall werden leider oft bestimmte Labor­werte wie das Lipoprotein (a), small dense-LDL oder die Apoli­po­pro­teine nicht gemessen was aber sehr sinnvoll wäre.

    Als erstes möchte ich hier nochmals betonen: Unser Körper braucht Chole­sterin. Etwa 90% des Bedarfs kann der Körper selber herstellen, den Rest von 10% nehmen wir über unsere Nahrung auf. Der Körper versucht immer einen konstanten Chole­ste­rin­spiegel aufrecht zu erhalten, indem er automa­tisch selber weniger produ­ziert, wenn wir über unsere Ernährung zu viel erhält.

    Chole­sterin ist Bestandteil unserer Zellmembran. Wenn man bedenkt das wir über 700 Biillionen Zellen haben, dann ist das nicht wenig. Chole­sterin baut Hormone und die Gallen­säuren auf, die für den Körper unver­zichtbar sind.

    Der Wert Ihres Gesamt­cho­le­sterins hat immer nur eine begrenzte Aussa­ge­kraft.

    Wichtig sind hierfür die Bestimmung von HDL- und LDL-Chole­sterin.

    Das LDL-Chole­sterin entsteht aus Vorläufern (VLDL) und versorgt die verschie­denen Gewebe des Körpers mit Chole­sterin. Hier sollte der Wert im Blut nicht über 160 liegen. Sind die Werte deutlich erhöht, steigt das Risiko, dass sich LDL-Partikel in Läsionen der Gefäß­wände ablagern, dort oxidieren und vermehrt Fress­zellen (Makro­phagen) anlocken. Hierdurch kann es zum Krank­heitsbild der Arterio­sklerose (krank­hafte Gefäß­ab­la­ge­rungen) führen.

    Das HDL-Chole­sterin hingegen vermag Chole­sterin aus abgela­gerten LDL-Partikeln sowie aus den Geweben aufzu­nehmen, abzutrans­por­tieren und damit das atherogene Potenzial zu reduzieren. Die Konzen­tration im Blut sollte daher einen Mindestwert von 45 nicht unter­schreiten.

    HDL ist immer der „Staub­sauger“ für abgela­gertes verkrus­tetes LDL an der Gefäßwand! Er räumt auf und macht die Gefäße frei sauber für gute Blutzir­ku­lation

    Damit wird klar, dass sich immer ein ideales Verhältnis von HDL zu LDL ergeben sollte.

    HDL/LDL sollte immer kleiner gleich 3 sein, um Risiko­fak­toren wie Herz-Kreislauf-Erkran­kungen entgegen zu wirken.

    Also schauen Sie das nächste Mal auf Ihre Labor­werte unter HDL/LDL!

    Fettstoffwechsel Diagnostik: LDL und HDL Cholesterin

    Zur Gesamt­be­ur­teilung des Arterio­sklerose-Risikos reicht die Bestimmung der Blutfett­werte wie Gesamt­cho­le­sterin, Trigly­ceride, HDL und LDL jedoch nicht aus.

    Hierfür sind weitere Risiko­fak­toren zu berück­sich­tigen wie Blutzucker, Blutdruck, Alter, Geschlecht oder Raucher­status.

    Zur genauen Diagnose können sogenannte small dense-LDL diagnos­tisch genutzt werden. Dabei handelt es sich um kleine, dichte LDL-Trans­por­t­ei­weiße, die ein deutlich höheres athero­genes Potenzial haben als große, weniger dichte LDL.

    Wenn Sie eine Fettstoff­wech­sel­störung haben sollten, dann wäre eine Bestimmung der small dense-LDL wichtig.

    Trigly­zeride (VLDL-Chole­sterin)

    Fettstoffwechsel Diagnostik: Triglyzeride

    Trigly­zeride werden ebenso wie Chole­sterin in Lipopro­teinen (VLDL) gebunden trans­por­tiert.

    Hohe Trigly­ze­rid­werte führen häufig zu niedrigen HDL-Spiegeln und tragen folglich indirekt zum kardio­vas­ku­lären Risiko bei.

    Niedrige Werte hingegen können auf Nahrungs­mangel, eine gestörte Fettver­dauung oder eine Schild­drü­sen­über­funktion deuten.

    Lipoprotein A

    Fettstoffwechsel Diagnostik: Lipoprotein A

    Hohe Konzen­tra­tionen stehen in engem Zusam­menhang mit der Entwicklung der Arterio­sklerose, da es die Bildung von Blutge­rinnseln fördert. Es ist ein wichtiger Risiko­faktor für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkran­kungen sowie daraus resul­tie­renden Kompli­ka­tionen wie Herzin­farkten und Schlag­an­fällen.

    Der Schwel­lenwert, ab dem ein eindeutig erhöhtes Risiko für die Entstehung der Arterio­sklerose besteht, liegt bei 25 bis 30 mg/dl.

    Apoli­po­pro­teine

    Fettstoffwechsel Diagnostik: Apolipoproteine

    Als Apoli­po­pro­teine wird der Eiweiß­be­standteil der Lipopro­teine bezeichnet.

    In der Diagnostik und Risiko­be­ur­teilung koronarer Herzer­kran­kungen und Fettstoff­wech­sel­stö­rungen sind die wichtigsten Apoli­po­pro­teine das Apoli­po­protein A-I und das Apoli­po­protein B sowie das Apoli­po­protein E.

    Das Apoli­po­protein A-I ist Bestandteil von HDL und verringert somit das Arterio­sklerose-Risiko.

    Das Apoli­po­protein B hingegen ist Bestandteil des LDL und fördert das Risiko krank­hafte Gefäß­ver­än­de­rungen.

    In der Diagnostik wird vor allem das Verhältnis von Apoli­po­protein B zu Apoli­po­protein A-I als Risiko­pa­ra­meter heran­ge­zogen, wenn mehrere Risiko­fak­toren vorliegen und/oder die Chole­ste­rin­werte im Blut stark abnorm sind.

    Das Apoli­po­protein E hingegen kann genetisch bedingt verändert sein. Dies ist eine mögliche Ursache für erhöhte Trigly­zerid- und Chole­ste­rin­spiegel im Blut.

    HDL, LDL, Gesamt­cho­le­sterin sind nicht ausrei­chend für eine Diagnostik, es bedarf weiterer Parameter, um gezielt Fettstoff­wech­sel­störung und deren Folgen mit indivi­du­eller gezielter Therapie entgegen zu wirken.

    Thera­pie­säulen erhöhter Fettstoffwechsel­werte

    Ursachen hoher Trigly­ze­rid­werte
    • Familiär kombi­nierte Hyper­li­pi­dämie
    • Familiäre Hyper­t­ri­gly­ze­ri­dämie
    • Chylo­mi­kronämie und Chylo­mi­kronämie-Syndrom
    • Familiäre Dysbe­ta­li­po­pro­te­inämie
    • Hypoal­pha­li­po­pro­te­inämie
    Ursachen hoher
    LDL-Werte
    • Monogene LDL-Hyper­cho­le­ste­rinämie
    • Polygene LDL-Hyper­cho­le­ste­rinämie
    • Apoli­po­protein E-Polymor­phismus
    • Familiär kombi­nierte Hyper­li­pi­dämie
    • Ernäh­rungs­be­dingte LDL-Hyper­cho­le­ste­rinämie
    Ursachen niedriger
    HDL-Werte
    • Hypoal­pha­li­po­pro­te­inämie
    • zu wenig körper­liche Bewegung
    • Rauchen
    • chroni­scher Stress

    Therapie erhöhter Fettstoffwechsel­werte

    Hohe Trigly­ze­rid­werte
    • Rauch­stopp: Rauchen erhöht die Trigly­ze­rid­werte und fördert Entzün­dungs­re­ak­tionen.
    • weniger Alkohol: Alkohol erhöht die Trigly­ze­rid­werte sehr schnell.
    • weniger Fruktose: Fruktose als Zutat in Fertig­pro­dukten wird in der Leber in Trigly­zeride umgesetzt.
    • weniger Zucker: Süßes ist oft verge­sell­schaftet mit Fett und fördert die Fettbildung.
    • weniger Stärke: Bei zu wenig Bewegung wird auch Stärke in Fett umgewandelt.
    • weniger gesät­tigte Fette: Wenn die vorhe­rigen Maßnahmen nicht ausreichen, empfiehlt sich die Modifi­kation der Fettzufuhr hin zu ungesät­tigten Fetten. 
    • mehr Bewegung: Bewegung fördert die Verbrennung von Fetten.
    Vitalstoffreiche Ernährung
    Hohe LDL-Werte
    • Rauchst​opp
    • kein Alkohol
    • frische, natür­liche Lebens­mittel: Verar­beitete Produkte enthalten häufig Zusatz­stoffe und verar­beitete Fette wie Trans­fett­säuren.
    • weniger Chole­sterin: Zur Entlastung des Stoff­wechsels kann die vermin­derte Zufuhr von Chole­sterin hilfreich sein.
    • weniger gesät­tigtes Fett: Auch gesät­tigte Fette fördern die Fettbildung und den Transport von Fetten via LDL.
    • Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren in natür­lichen Lebens­mitteln können den Stoff­wechsel entlasten.
    • mehr Bewegung: Bewegung unter­stützt den gesamten Fettstoff­wechsel.
    Gesunde Ernährung
    Niedrige HDL-Werte
    • Rauch­stopp: Rauchen per se mindert die Bildung von HDL in der Leber
    • moderater Alkohol­konsum: Moderater Alkohol­konsum bei sonst normalen Chole­sterin-werten kann den HDL-Wert leicht ansteigen lassen.
    • mehr körper­liche Aktivität: das A und O zur Erhöhung niedriger HDL-Werte ist die körper­liche Betätigung; auch eine moderate Steigerung der Alltags­be­wegung mit Aufenthalt an der frischen Luft fördert bereits das HDL-Chole­sterin
    • weitere Maßnahmen wie bei hohen Trigly­ze­riden
    • bei Frauen sinkt das HDL nach der Menopause hormon­be­dingt ab
    Lebensmittel nur selten essen